Ausstellung

Kann man seinen Augen trauen?

„Illusion. Traum – Identität – Wirklichkeit“ in der Hamburger Kunsthalle

Mit einer umfangreichen, epochenübergreifenden Schau beleuchtet die Hamburger Kunsthalle die unterschiedlichen Facetten des Themas Illusion von der Kunst der Alten Meister bis in die unmittelbare Gegenwart.

Seit der Antike ist das Trompe-l’œil in der Kunst weit verbreitet, erlebte vor allem in der Renaissance und im Barock eine Blütezeit und fasziniert Künstler*innen bis heute – einer Zeit, in der die Verbreitung von Fake News fast schon normal ist, die Menschen über das Internet mit manipulierten Bildern konfrontiert werden und virtuelle Realitäten den Kosmos ins Unendliche auszuweiten scheinen. Wir leben in der Gewissheit, dass wir unseren Augen weniger trauen können, dass Bilder trügen und die Wirklichkeit weniger abbilden als vielmehr zu gestalten versuchen.

Nan Goldin (*1953) Hotel Room Zurich, 1988 Fotografie, 39,4 x 26,7 cm Kunstpalast, Düsseldorf, Sammlung Hanck © Nan Goldin Foto: Kunstpalast – Horst Kolberg – ARTOTHEK
Nan Goldin (*1953) Hotel Room Zurich, 1988 Fotografie, 39,4 x 26,7 cm Kunstpalast, Düsseldorf, Sammlung Hanck © Nan Goldin Foto: Kunstpalast – Horst Kolberg – ARTOTHEK
Nan Goldin (*1953) Hotel Room Zurich, 1988 Fotografie, 39,4 x 26,7 cm Kunstpalast, Düsseldorf, Sammlung Hanck © Nan Goldin Foto: Kunstpalast – Horst Kolberg – ARTOTHEK

Die Ausstellung zeigt, dass Illusion jedoch weit mehr bedeutet als bloße Augentäuscherei. Sie offenbart sich in der (illusionistischen) Selbstliebe des Narziss genauso wie in architektonischen Raumillusionen, im Spiel des Verbergens und Enthüllens, in Spiegelungen, in der Bedeutung des Fensters zur Welt sowie in Darstellungen von Visionen und Träumen. Anhand von rund 150 Gemälden, Zeichnungen, Druckgraphiken, Fotografien, Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten spürt die Schau in zehn Themenkapiteln den vielfältigen Erscheinungsformen von Hyperrealismus, Realität, Fiktion, Traum, Verwandlung und Täuschung nach. Zu den Exponaten zählen Hauptwerke der Hamburger Kunsthalle genauso wie bedeutende Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen.

Marcel Duchamp hatte 1964 unumwunden festgestellt: »Die Kunst ist eine Täuschung.«; Sigmar Polke formulierte 1976 die Frage: »Can you always believe your eyes?« und wies damit auf die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung hin. Vor dem Hintergrund von Fake News und künstlicher Intelligenz wirft die Ausstellung auch ein Schlaglicht auf unsere Gesellschaft im 21. Jahrhundert und lädt zur Sinnesschärfung und zum Nachdenken über den Menschen selbst ein: über seine Sehgewohnheiten, Erwartungen, Konventionen und seine Verführbarkeit.


Ausstellung
Illusion
Traum – Identität – Wirklichkeit
bis 06.04.2025

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall 5
20095 Hamburg

www.hamburger-kunsthalle.de/de/ausstellungen/illusion

 

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Die drei nahe der Alster gelegenen, markanten Gebäude der Hamburger Kunsthalle beherbergen eine der wichtigsten öffentlichen Kunstsammlungen Deutschlands. Die Kunsthalle ist eines der wenigen Häuser, die einen Rundgang durch acht  Jahrhunderte Kunstgeschichte ermöglichen. Sie ist ein exzellenter Ort, um Zusammenhänge zu entdecken und neue, überraschende Einblicke zu gewinnen. In der Präsentation der renommierten Sammlungsbestände und Wechselausstellungen werden die Entwicklungen der Kunst vom Mittelalter bis heute gezeigt.

Bild:
Außenansicht des neu erschlossenen Eingangsportals der Hamburger Kunsthalle © Hamburger Kunsthalle | Foto: Ralf Suerbaum

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